Verkehrssicherheit

Hauptunfallursachen und Risikofaktoren

Die Zahl aller Verkehrsunfälle in Baden-Württemberg steigt im Jahr 2025 um 0,6 Prozent auf 314.129. Dabei sterben 367 Menschen, 27 mehr als im Vorjahr (+7,9 Prozent). Trotz dieses Anstiegs gehört die Zahl der Verkehrstoten zu den niedrigsten Werten der letzten zehn Jahre und liegt mit 91 weniger Getöteten deutlich unter dem Zehnjahreshöchststand von 2017. Erfreulicherweise sinkt die Zahl der Schwerverletzten weiterhin und erreicht mit 5.561 einen historischen Tiefstand. Im Vergleich zum Vorjahr ist das eine Abnahme von 6,5 Prozent und liegt damit auch deutlich unter dem Zehnjahresmittel von 7.259. Wie bereits in den vergangenen Jahren entsteht in neun von zehn Unfällen nur Sachschaden.

Icon mit verschiedenen Verkehrsmitteln

Die Entwicklung der Verkehrsunfälle innerhalb der Zielgruppen weist unterschiedliche Tendenzen auf. Die Verkehrsunfälle mit Kindern nehmen zu, wenngleich mit weniger tödlich (2024: 14; 2025: 10) und schwer verletzten Kindern. Bei den getöteten Seniorinnen und Senioren zeigt sich der gegenteilige Trend (2024: 127; 2025: 148).
Im Bereich der Zweiräder sterben mehr Fahrradfahrerinnen und Fahrradfahrer (2024: 57; 2025: 60) und mehr Motorradnutzende (2024: 64; 2025: 71). Die Gesamtzahl aller Verkehrsunfälle mit Elektrokleinstfahrzeugen steigt ebenfalls an.

1. Geschwindigkeit

Im Jahr 2025 bleibt zu schnelles Fahren eine der Hauptursachen für tödliche Verkehrsunfälle, wobei jeder dritte Unfall auf überhöhte oder nicht angepasste Geschwindigkeit zurückzuführen ist. Geschwindigkeit rangiert damit weiterhin auf Platz eins der Ursachen für tödliche Verkehrsunfälle. 2025 sterben auf den Straßen in Baden-Württemberg dadurch 129 Menschen bei 118 Verkehrsunfällen (2024: 117 Getötete bei 112 Verkehrsunfällen).

Die Zahlen verdeutlichen eindrücklich, dass die Wahl der richtigen Geschwindigkeit großes menschliches Leid verhindern kann.

2. Vorfahrt, Vorrang

Vorfahrts- beziehungsweise Vorrangsverletzungen spielen ebenfalls eine bedeutende Rolle bei tödlichen Verkehrsunfällen (53 von 343) und bei Unfällen mit Personenschaden (5.675 von 34.231). Insgesamt starben 55 Menschen in Folge eines solchen Unfalls. Dies zeigt, dass fast jeder sechste tödliche Verkehrsunfall auf eine Vorfahrts- beziehungsweise Vorrangsverletzung zurückzuführen ist.

Eine vorausschauende und rücksichtsvolle Teilnahme am Straßenverkehr ist der Schlüssel, um diese Verkehrsunfälle zu verhindern.

3. Verkehrstüchtigkeit

Im Jahr 2025 sind 2.600 Verkehrsunfälle mit Verletzten auf mangelnde Verkehrstüchtigkeit zurückzuführen. Davon enden 42 Verkehrsunfälle tödlich. Hierbei sterben insgesamt 46 Menschen. Eine fehlende Verkehrstüchtigkeit, wie beispielsweise durch Alkohol-, Drogen- oder Medikamentenkonsum, stellt somit ebenfalls eine der Hauptunfallursachen bei tödlichen Verkehrsunfällen dar und zeigt daher die Wichtigkeit einer uneingeschränkten Fahrtauglichkeit für die Teilnahme am Straßenverkehr.

4. Gurt und Ablenkung

Rund jeder Dritte der gurtpflichtigen Getöteten im Straßenverkehr war nicht oder nicht ordnungsgemäß angeschnallt (42 von 150). Ein richtig angelegter Sicherheitsgurt schützt nachweislich vor tödlichen und schweren Verletzungen.

Die Unfallstatistik zeigt ebenfalls, dass eine Ablenkung durch fahrfremde Tätigkeiten, wie beispielsweise die Nutzung des Mobiltelefons, aber auch Essen, Trinken oder Rauchen, das Unfallrisiko deutlich erhöht. Rund 10 Prozent der tödlichen Verkehrsunfälle werden verursacht, weil die Aufmerksamkeit für den Straßenverkehr nachweislich nicht gegeben ist. Das macht deutlich, wie wichtig es ist, konzentriert zu bleiben.

Interview Thomas Strobl Verkehrssicherheit
Picture alliance/dpa: Lichtgut, Leif Piechowski

»Um Baden-Württemberg noch sicherer zu machen, haben wir uns das Ziel der Vision Zero – ein Verkehr ohne Tote und Schwerverletzte – gesetzt. Die Verkehrssicherheit ist ein Anliegen, das uns alle betrifft, denn jeder von uns wird regelmäßig zum Verkehrsteilnehmer. Deshalb liegt mir die Verkehrssicherheit sehr am Herzen. Durch eine detaillierte Analyse der Unfallstatistik und gezielte Maßnahmen durch die Polizei, aber auch mit den beteiligten Partnern an Schulen, in den Kommunen oder in Vereinen wird die Sicherheit des Straßenverkehrs in Baden-Württemberg weiterhin gesteigert. Durch sein individuelles Verhalten kann darüber hinaus auch jede Bewohnerin und jeder Bewohner in Baden-Württemberg dazu beitragen, die Verkehrssicherheit zu erhöhen.«

Innenminister Thomas Strobl

Verkehrsunfallentwicklung

Verkehrsunfallentwicklung – Folgen

Zielgruppen und Verkehrsarten

Kinder

2025 ereignen sich insgesamt 2.107 Verkehrsunfälle unter Beteiligung von Kindern. Das sind im Vergleich zum Vorjahr 368 Unfälle mehr und entspricht einer Zunahme von 21,2 Prozent (2024: 1.739). Trotz der erhöhten Anzahl der Gesamtunfälle erleiden im Vergleich zum Vorjahr 12,6 Prozent weniger Kinder schwere Verletzungen (2024: 277; 2025: 242) und gleichzeitig kommen vier Kinder weniger ums Leben (2024: 14; 2025: 10). Dieser positive Trend ist keinesfalls eine Momentaufnahme, sondern bestätigt die langjährige Entwicklung. Innerhalb der letzten zehn Jahre hat sich die Anzahl der schwerverletzten Kinder mehr als halbiert (2016: 500; 2025: 242), ebenso geht die Anzahl der Schulwegunfälle deutlich zurück (2016: 650; 2025: 415). 2025 verstirbt ein Kind auf dem Schulweg, als es mit einem Tretroller am Straßenverkehr teilnimmt. Dies zeigt, dass unsere Bemühungen um die Verkehrssicherheit von Kindern wichtig und notwendig sind.

Icon mit Kind

Kinder sind vulnerable und besonders schutzbedürftige Verkehrsteilnehmer, die unsere volle Aufmerksamkeit verdienen. Deshalb setzt sich die Polizei mit Nachdruck für ihre Sicherheit ein. In den Schulen werden jährlich rund 100.000 Kinder von der Polizei geschult, um sicher am Straßenverkehr teilzunehmen; diese Radfahrausbildung ist ein zentraler Bestandteil der Verkehrsprävention.

Darüber hinaus werden im Rahmen der Aktion „Sicherer Schulweg“ alle Verkehrsteilnehmerinnen und Verkehrsteilnehmer für einen besonders rücksichtsvollen Umgang mit Kindern im Straßenverkehr sensibilisiert. Der jährlich wiederkehrende Aktionserlass wird gemeinsam vom Innenministerium, dem Kultusministerium sowie dem Verkehrsministerium erarbeitet und bündelt umfassende repressive und präventive Maßnahmen zum Schutz des Schulwegs und damit zum Schutz unserer jüngsten Verkehrsteilnehmenden. Unterstützt wird die Aktion durch eine enge Partnerschaft mit den Verkehrswachten, den Kommunen, den Schulen sowie der landesweiten Verkehrssicherheitsaktion GIB ACHT IM VERKEHR.

Ein besonderer Schwerpunkt der Verkehrssicherheitsarbeit im Jahr 2025 ist zudem die länderübergreifende Verkehrssicherheitsaktion „sicher.mobil.leben – Kinder im Blick“, die bundesweit auf die Sicherheit von Kindern im Straßenverkehr aufmerksam macht und durch gezielte Kontroll- und Präventionsmaßnahmen flankiert wird.
Die Präventionsarbeit wird außerdem durch einen landesweiten Kreativwettbewerb zum sicheren Schulweg ergänzt. Kinder aus Kindertageseinrichtungen und Schulen im ganzen Land reichen Kunstwerke zum Thema Verkehrssicherheit ein. Beworben wird der Wettbewerb sowohl über die regionalen Polizeipräsidien als auch über zentrale digitale Kommunikationskanäle. Eine Fachjury sichtet die eingereichten Beiträge und wählt die besten aus. Die Siegerbeiträge werden mit altersgerechten Preisen prämiert. Alle teilnehmenden Kinder erhalten zudem als Anerkennung ein Präsent für ihre Einsendungen.

Zielgruppe Kinder

Jahr 2016 2017 2018 2019 2020 2021 2022 2023 2024 2025 Differenz
absolut in %
Verkehrsunfälle 1.890
1.966
1.954
1.913
1.762
1.576
1.683
1.805
1.739
2.107 + 368 + 21,2
Getötete 7 8 10 10 6 7 7 1 14 10 - 4 - 28,6
Schwerverletzte 500 453 452 417 330 277 291 270 277 242 - 35 - 12,6
Leichtverletzte 2.452 2.527 2.539 2.520 1.998 1.901 2.156 2.358 2.225 2.650 + 425 + 19,1

Zielgruppe Schulwegunfälle (Alter 6-17 Jahre)

Jahr 2016 2017 2018 2019 2020 2021 2022 2023 2024 2025 Differenz
absolut in %
Verkehrsunfälle 650 591 493 442 292 235 366 430 378 415 + 37 + 9,8
Getötete 1 1 0 5 0 0 0 1 1 1 0 0,0
Schwerverletzte 122 103 79 65 46 27 45 48 35 43 + 8 + 22,9
Leichtverletzte 522 515 392 401 246 210 324 377 334 382 + 48 + 14,4

Junge Erwachsene

Mit 21.284 Verkehrsunfällen ist das Unfallaufkommen 2025 von jungen Fahrerinnen und Fahrern (18 bis 24 Jahre) innerhalb der letzten zehn Jahre um 22,9 Prozent gesunken (2016: 27.623). Der deutliche Rückgang ist auch bei den Verletzungen zu beobachten. Die Anzahl der leichtverletzten jungen Erwachsenen nimmt in den letzten zehn Jahren um 24,8 Prozent ab (2016: 7.151; 2025: 5.374), während die der schwerverletzten jungen Erwachsenen sogar über die Hälfte sinkt (2016: 1.420; 2025: 678).

Mit 50 jungen Erwachsenen verunglücken im Straßenverkehr jedoch 19 mehr im Vergleich zum Vorjahr. Im Zehnjahresvergleich liegt dies oberhalb des Mittelwerts von 45. Die Hauptunfallursache bei den tödlichen Verkehrsunfällen der 18 bis 24-Jährigen bleibt eine zu hohe oder nicht angepasste Geschwindigkeit. Vier von zehn dieser Verkehrsunfälle sind auf zu schnelles Fahren zurückzuführen. Weitere 14 Prozent der tödlichen Unfälle geschehen aufgrund von Ablenkung, beispielsweise durch die Nutzung von Mobiltelefonen.

Icon mit Person im jungen Alter

Um die jungen Fahrerinnen und Fahrer hinsichtlich der Hauptunfallursachen, Risiken und Unfallfolgen zu sensibilisieren, engagiert sich die Polizei gemeinsam mit den Partnern der Aktion „GIB ACHT IM VERKEHR“. Unter anderem wird regelmäßig durch die Polizei das Präventionsprogramm „NO GAME. SICHER FAHREN – SICHER LEBEN“ in den Klassenstufen 11 bis 13 am Gymnasium und an Berufs- und Hochschulen durchgeführt, um die jungen Erwachsenen über die Gefahren des Straßenverkehrs aufzuklären und sie zu einem sicheren Fahrverhalten zu ermutigen. Zusätzlich erfolgt einmal jährlich eine sogenannte Leuchtturmveranstaltung. Auf diese Weise soll die Zahl der Verkehrsunfälle bei jungen Erwachsenen reduziert werden.

Zielgruppe Junge Erwachsene

Jahr 2016 2017 2018 2019 2020 2021 2022 2023 2024 2025 Differenz
absolut in %
Verkehrsunfälle 27.623
26.827
26.256
25.813
20.997
21.472
21.948
22.324
21.409
21.284 - 125 - 0,6
Getötete 60 52 52 50 38 43 38 34 31 50 + 19 + 61,3
Schwerverletzte 1.420 1.265 1.265 1.219 969 950 916 782 719 678 - 41 - 5,7
Leichtverletzte 7.151 6.770 6.702 6.514 5.228 5.215 5.652 5.681 5.430 5.374 - 56 - 1,0

Seniorinnen und Senioren

Der demografische Wandel in Deutschland führt zu einem steigenden Anteil der Seniorinnen und Senioren (65 Jahre und älter), die am Straßenverkehr teilnehmen. Dies zeigt sich auch in der Unfallstatistik. Im Jahr 2025 kommen insgesamt 148 Seniorinnen und Senioren bei Verkehrsunfällen ums Leben, was eine Zunahme von 16,5 Prozent bedeutet (2024: 127). 25 Prozent der getöteten Seniorinnen und Senioren verunglücken dabei mit einem Fahrrad oder Pedelec (2024: 32; 2025: 37). 40 Prozent aller Verkehrstoten sind der Altersgruppe der Seniorinnen und Senioren zuzuordnen. Gleichzeitig ist mit insgesamt 1.329 schwerverletzten Seniorinnen und Senioren nahezu der Tiefstand innerhalb der letzten zehn Jahre zu verzeichnen (2016: 1.635; 2021: 1.307; Mittelwert: 1.453).

Icon mit Person und Gehstock

Die Verletzungsfolgen sind für ältere Mitbürgerinnen und Mitbürger oft schwerwiegender. Weiterhin gewinnt die Gruppe der Seniorinnen und Senioren im Straßenverkehr immer mehr an Bedeutung. Mit der Präventionskampagne SICHER fit UNTERWEGS fördert die Polizei eine sichere und altersgerechte Mobilität. In Zusammenarbeit mit verschiedenen Partnern – darunter die Landesverkehrswacht BW, der Landesapothekerverband, der ADAC, der Fahrlehrerverband und der Landesseniorenrat – werden Seniorinnen und Senioren umfassend dabei unterstützt, ihre Mobilität sicher zu erhalten und Unfallrisiken zu verringern.

Zielgruppe Seniorinnen und Senioren

Jahr 2016 2017 2018 2019 2020 2021 2022 2023 2024 2025 Differenz
absolut in %
Verkehrsunfälle 25.211
25.905
26.562
27.048
22.544
21.904
25.002
26.386
27.127
28.186 + 1.059 + 3,9
Getötete 133 134 131 131 122 114 139 118 127 148 + 21 + 16,5
Schwerverletzte 1.635 1.525 1.596 1.554 1.468 1.307 1.464 1.330 1.326 1.329 + 3 + 0,2
Leichtverletzte 3.755 3.895 4.300 4.331 3.804 3.638 4.394 4.408 4.655 4.970 + 315 + 6,8

Fußgängerinnen und Fußgänger

Die Anzahl der Unfälle mit Fußgängerinnen und Fußgängern liegt 2025 mit 3.406 auf nahezu dem gleichen Niveau des Vorjahres, wobei mit 55 Getöteten sieben Fußgängerinnen und Fußgänger mehr im Straßenverkehr tödlich verletzt werden (2024: 48). Das entspricht einer Zunahme von 14,6 Prozent. Beim Blick auf den Zehnjahresvergleich zeigt sich jedoch, dass sowohl die Anzahl der im Straßenverkehr verletzten Fußgängerinnen und Fußgänger als auch die Verkehrsunfälle insgesamt deutlich sinken. Seit 2016 sind 16,1 Prozent weniger Verkehrsunfälle (2016: 4.061; 2025: 3.406), 22,5 Prozent weniger getötete (2016: 71), 1,5 Prozent weniger leichtverletzte (2016: 2.529; 2025: 2.492) und sogar 49,4 Prozent weniger schwerverletzte (2016: 969; 2025: 490) Fußgängerinnen und Fußgänger zu beklagen.

Die Unfallstatistik zeigt zudem, dass mehr als die Hälfte der getöteten Fußgängerinnen und Fußgänger älter als 64 Jahre alt sind und somit der Gruppe der Seniorinnen und Senioren zuzuordnen sind.

Icon Verkehrssicherheit Fussgaenger

Verkehrsart Fußgängerinnen und Fußgänger

Jahr 2016 2017 2018 2019 2020 2021 2022 2023 2024 2025 Differenz
absolut in %
Verkehrsunfälle 4.061
3.975
3.962
3.977
3.179
2.977
3.449
3.420
3.386
3.406 + 20 + 0,6
Getötete 71 68 49 48 48 35 46 52 48 55 + 7 + 14,6
Schwerverletzte 969 846 832 792 633 514 560 571 543 490 - 53 - 9,8
Leichtverletzte 2.529 2.533 2.556 2.582 1.967 1.974 2.396 2.380 2.419 2.492 + 73 + 3,0

Fahrradfahrerinnen, Fahrradfahrer und Pedelecs

Beim Blick auf die 13.073 Unfälle, bei denen Fahrräder und Pedelecs beteiligt sind, ist im Vergleich zum Vorjahr eine Zunahme um 5,9 Prozent zu verzeichnen (2024: 12.343). Davon werden 64 Prozent durch die Fahrradfahrerinnen und Fahrradfahrer selbst verursacht. Ebenso verhält es sich 2025 mit den tödlichen Verkehrsunfällen, hier werden auch 64 Prozent durch die Radnutzenden selbst verursacht. Die 60 getöteten Fahrradfahrerinnen und Fahrradfahrer entsprechen nahezu dem Niveau des Vorjahres (2024: 57) sowie dem Mittelwert im Zehnjahresvergleich (60). Dabei ist zu berücksichtigen, dass der Radverkehr sich einer steigenden Beliebtheit erfreut und die Werte damit dementsprechend zu bewerten sind.

Icon Verkehrssicherheit Fahrradfahrer

Im Jahr 2025 sind mehr als die Hälfte der Getöteten mit einem Pedelec (2024: 33; 2025: 38) unterwegs und wiederrum die Hälfte aller getöteten Fahrradnutzenden, inklusive Pedelecs, tragen keinen Fahrradhelm (32 von 60). Bei der Anzahl der schwerverletzten Fahrradfahrerinnen und Fahrradfahrer ist eine Abnahme von 5,8 Prozent auf 1.713 Verletzte festzustellen. Gleichzeitig nehmen die leichtverletzten Fahrradfahrerinnen und Fahrradfahrer um 8,2 Prozent auf 9.844 Verletzte zu.

Die Polizei führt ihre Präventionskampagnen fort, um das Bewusstsein für die Bedeutung des Helmtragens weiter zu stärken. Ein Helm schützt vor schwersten Verletzungen bzw. schlimmen Unfallfolgen und kann somit Leben, auch das eigene, retten. Mit der Kampagne „Schütze Dein BESTES" sollen Schülerinnen und Schüler bereits in jungen Jahren für das Thema sensibilisiert werden, während die Kampagne "Helm tragen. Vorbild sein" Erwachsene ermutigen soll, mit gutem Beispiel voranzugehen. Im Rahmen der Verkehrsüberwachung liegt der Fokus auch 2025 auf der Fahrradsicherheit. Seit 2021 gibt es eine landesweite Strategie zur Bekämpfung von Radfahrunfällen, die durch regelmäßige Kontrollen und Schwerpunktkontrollen umgesetzt wird. Dabei wird das Verhalten aller Verkehrsteilnehmenden im Zusammenhang mit dem Rad- und Pedelec-Verkehr überwacht, um die Sicherheit auf den Straßen zu erhöhen.

Verkehrsart Fahrradfahrerinnen, Fahrradfahrer und Pedelecs

Jahr 2016 2017 2018 2019 2020 2021 2022 2023 2024 2025 Differenz
absolut in %
Verkehrsunfälle 10.116
10.162
11.433
11.440
12.406
10.980
12.760
12.648
12.343
13.073 + 730 + 5,9
Getötete 53 45 68 62 58 57 75 62 57 60 + 3 + 5,3
Schwerverletzte 1.977 1.848 2.093 1.982 2.343 1.987 2.056 1.876 1.818 1.713 - 105 - 5,8
Leichtverletzte 6.685 6.923 7.825 7.847 8.661 7.694 9.127 9.165 9.098 9.844 + 746 + 8,2

Elektrokleinstfahrzeugfahrerinnen und -fahrer

Die Anzahl der Verkehrsunfälle mit Beteiligung eines Elektrokleinstfahrzeugs (eKF) nimmt auch 2025 zu und steigt deutlich um 35 Prozent auf 1.978 Fälle an. Das sind 513 Unfälle mehr im Vergleich zum Vorjahr (2024: 1.465). Seit Einführung der Elektrokleinstfahrzeuge, im Jahr 2019, zeigt sich eine deutliche und kontinuierliche Zunahme der Verkehrsunfälle. Die Zunahme ist auf die verstärkte Nutzung der Elektrokleinstfahrzeuge zurückzuführen, immer mehr Menschen nutzen diese Art der Mobilität.

Icon mit Person auf E-Scooter

Mit 1.500 verletzten Elektrokleinstfahrzeugfahrerinnen und -fahrern im Straßenverkehr ist ein Zuwachs von 34,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr festzustellen (2024: 1.118). Davon werden 1.338 Elektrokleinstfahrzeugfahrerinnen und -fahrer leicht und 152 schwer verletzt. Darüber hinaus sterben zehn Menschen, die mit einem E-Scooter unterwegs sind, neun davon trugen keinen Helm. Bei der Anzahl der tödlich Verletzten ist somit ein Anstieg von drei Getöteten (+ 42,9 Prozent) festzustellen, bei den Leichtverletzten ein Zuwachs um 35,2 Prozent (+348) und bei den Schwerverletzten um 25,6 Prozent (31). Bei einer detaillierteren Betrachtung zeigt sich, dass 70,1 Prozent der Unfälle durch Elektrokleinstfahrzeugfahrerinnen und -fahrer selbst verursacht werden.

E-Scooter als häufigste Form der Elektrokleinstfahrzeuge sind aus dem Straßenverkehr inzwischen nicht mehr wegzudenken. Ihre verantwortungsbewusste und regelkonforme Nutzung ist von entscheidender Bedeutung für die Verkehrssicherheit, unter anderem im Hinblick auf die unerlaubte Mitnahme von zweiten Personen und der Fahrtüchtigkeit der Fahrenden. Im Jahr 2025 wird in 204 Fällen eine eingeschränkte Fahrtüchtigkeit festgestellt.
Mit der Kampagne „#RIDEITRIGHT – e-scootern, aber richtig!“ macht die Polizei auf einen verantwortungsvollen Umgang mit E-Scootern aufmerksam. Im Frühjahr 2025 wurde die Kampagne neu aufgelegt und ihre Botschaften wurden direkt an Leih-E-Scootern in Stuttgart, Böblingen, Sindelfingen, Reutlingen, Tübingen, Karlsruhe, Heidelberg und Mannheim angebracht.

Verkehrsart Elektrokleinstfahrzeugfahrerinnen und -fahrer

Jahr 2016 2017 2018 2019 2020 2021 2022 2023 2024 2025 Differenz
absolut in %
Verkehrsunfälle - - - - 273
600
893
1.098
1.465
1.978 + 513 + 35,0
Getötete - - - - 0 2 3 3 7 10 + 3 + 42,9
Schwerverletzte - - - - 41 67 107 115 121 152 + 31 + 25,6
Leichtverletzte - - - - 154 356 546 692 990 1.338 + 348 + 35,2

Motorradfahrerinnen und Motorradfahrer

Die Polizei stellt 2025 mit 4.546 Verkehrsunfällen unter Beteiligung von Motorrädern nicht nur das dritte Jahr in Folge eine Abnahme fest, sondern auch eine positive Entwicklung innerhalb der letzten zehn Jahre (2016: 5.073). Im direkten Vergleich zum Vorjahr sinken die Gesamtunfälle um 3,1 Prozent (2024: 4.692) sowie im Vergleich zu 2016 um 10,4 Prozent. Gleichzeitig sinkt auch die Anzahl der im Straßenverkehr schwerverletzten Motorradfahrerinnen und Motorradfahrer deutlich auf einen Tiefstand innerhalb der letzten zehn Jahre. Im Vergleich zum Vorjahr ist ein Rückgang um 9,8 Prozent auf 961 Schwerverletzte (2024: 1.066) festzustellen und im Vergleich zum Höchststand von 2018 sogar um 39,4 Prozent (2018: 1.585).

Icon mit Person auf Motorrad

Hingegen kommen im Vergleich zum Vorjahr sieben Motorradfahrerinnen und Motorradfahrer mehr ums Leben (2024: 64; 2025: 71). Das entspricht einer Steigerung um 10,9 Prozent. Im Zehnjahresvergleich liegt die Anzahl der Getöteten von 2025 unterhalb des Mittelwerts (79). Fast zwei Drittel der Unfälle mit tödlichem Ausgang werden von den Motorradfahrerinnen und Motorradfahrern selbst verursacht. Die häufigste Unfallursache bei diesen Unfällen ist weiterhin eine überhöhte oder nicht angepasste Geschwindigkeit.

Für die Polizei hat die Verkehrssicherheit von Motorradfahrerinnen und Motorradfahrern 2025 erneut eine hohe Priorität. Dabei wird auf ein enges Zusammenspiel von Verkehrsüberwachung und Verkehrsunfallprävention gesetzt. Zu Beginn der Motorradsaison werden dieses Jahr erneut repressive Kontrollmaßnahmen, die durch Präventionsveranstaltungen flankiert werden, noch einmal mehr verstärkt. Bei den ganzheitlichen Kontrollen hat die Polizei stets auch die Lärmentwicklung im Blick und ahndet überlaute Maschinen konsequent. Insgesamt überprüft die Polizei Baden-Württemberg im Jahr 2025 bei 1.794 Motorradkontrollen 16.538 Motorräder. Bilanz: Insgesamt rund 5.000 Verkehrsverstöße, davon sind rund 1.400 Geschwindigkeitsverstöße und rund 1.900 Verstöße aufgrund technischer Mängel.

Verkehrsart Motorradfahrerinnen und -fahrer

Jahr 2016 2017 2018 2019 2020 2021 2022 2023 2024 2025 Differenz
absolut in %
Verkehrsunfälle 5.073
5.238
5.572
4.887
4.683
4.120
4.744
4.644
4.692
4.546 - 146 - 3,1
Getötete 75 104 101 94 71 71 66 73 64 71 + 7 + 10,9
Schwerverletzte 1.431 1.504 1.585 1.332 1.344 1.144 1.246 1.032 1.066 961 - 105 - 9,8
Leichtverletzte 2.799 2.869 3.017 2.658 2.599 2.309 2.679 2.795 2.831 2.813 - 18 - 0,6

Lkw-Fahrerinnen und -Fahrer

Die 13.916 Verkehrsunfälle mit der Beteiligung von Lkw stellen eine Zunahme zum Vorjahr um 3,7 Prozent dar (2024: 13.424). Die 105 schwerverletzten Lkw-Fahrerinnen und Lkw-Fahrer entsprechen nahezu dem Niveau des Vorjahres (2024: 106). Entgegen dessen nehmen die Leichtverletzten um 10,3 Prozent ab (2024: 731; 2025: 656). Die Anzahl der getöteten LKW-Fahrerinnen und LKW-Fahrer steigt von 11 auf 15.

Im Zehnjahresvergleich liegt die diesjährige Anzahl der Getöteten unter dem Mittelwert von 19, das Gleiche gilt für Schwerverletzte (Mittelwert: 165) und auch für Leichtverletzte (Mittelwert: 692).
Auch dieses Jahr kontrolliert die Polizei den gewerblichen Güterverkehr. Aufgrund der Beschaffenheiten und insbesondere der Masse sind die Unfallfolgen mit Beteiligung von Lkws oftmals besonders schwer. Nicht zuletzt auch aus diesem Grund haben die Spezialisten der Verkehrspolizeiinspektionen den gewerblichen Güterverkehr fest im Blick. Bei Kontrollen werden insgesamt rund 66.000 Verstöße festgestellt.

Icon mit LKW

Verkehrsart Lkw-Fahrerinnen und -Fahrer

Jahr 2016 2017 2018 2019 2020 2021 2022 2023* 2024 2025 Differenz
absolut in %
Verkehrsunfälle 14.949
15.815
15.334
14.884
12.161
12.764
13.270
13.419
13.424
13.916 + 492 + 3,7
Getötete 15 30 20 26 21 25 15 9 11 15 + 4 + 36,4
Schwerverletzte 225 202 195 226 155 156 136 141 106 105 - 1 - 0,9
Leichtverletzte 718 757 800 723 583 584 643 727 731 656 - 75 - 10,3

* Abweichung zum Sicherheitsbericht aufgrund geänderter Lkw-Defintion.

Verkehrsüberwachung

Die Polizei richtet die Verkehrsüberwachung an den Hauptunfallursachen und Risikofaktoren schwerer Verkehrsunfälle sowie dem örtlichen Unfalllagebild aus.
Die Wirkzusammenhänge zwischen Kontrolldruck und der Verkehrssicherheit sind wissenschaftlich erwiesen. Durch die Verkehrsüberwachung wird ein regelkonformes Verhalten erreicht und die Verkehrsteilnehmer werden dementsprechend sensibilisiert. Die Polizei verfolgt bei der Verkehrsüberwachung stets einen ganzheitlichen Ansatz und setzt neben Sanktionen auch auf Prävention durch verkehrserzieherische Gespräche.

Icon mit Videokamera

Im Jahr 2025 werden durch die Polizei Baden-Württemberg insgesamt

  • 1.482.293 Geschwindigkeitsverstöße,
  • 82.302 Verstöße aufgrund des Nichtanlegens des Sicherheitsgurtes sowie Missachtung der vorgeschriebenen Kindersicherung,
  • 81.840 Verstöße gegen das Verbot der Nutzung des Mobiltelefons während der Fahrt,
  • 27.692 Verstöße bezüglich der Verkehrstüchtigkeit, das heißt Verkehrsteilnehmende die berauscht durch Alkohol, Drogen oder Medikamente, am Straßenverkehr teil-nehmen und
  • 62.708 Verstöße aufgrund zu geringen Abstands zum vorausfahrenden Fahrzeug

festgestellt.