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Verkehrssicherheit
Hauptunfallursachen und Risikofaktoren
Die Zahl aller Verkehrsunfälle in Baden-Württemberg steigt im Jahr 2025 um 0,6 Prozent auf 314.129. Dabei sterben 367 Menschen, 27 mehr als im Vorjahr (+7,9 Prozent). Trotz dieses Anstiegs gehört die Zahl der Verkehrstoten zu den niedrigsten Werten der letzten zehn Jahre und liegt mit 91 weniger Getöteten deutlich unter dem Zehnjahreshöchststand von 2017. Erfreulicherweise sinkt die Zahl der Schwerverletzten weiterhin und erreicht mit 5.561 einen historischen Tiefstand. Im Vergleich zum Vorjahr ist das eine Abnahme von 6,5 Prozent und liegt damit auch deutlich unter dem Zehnjahresmittel von 7.259. Wie bereits in den vergangenen Jahren entsteht in neun von zehn Unfällen nur Sachschaden.
Die Entwicklung der Verkehrsunfälle innerhalb der Zielgruppen weist unterschiedliche Tendenzen auf. Die Verkehrsunfälle mit Kindern nehmen zu, wenngleich mit weniger tödlich (2024: 14; 2025: 10) und schwer verletzten Kindern. Bei den getöteten Seniorinnen und Senioren zeigt sich der gegenteilige Trend (2024: 127; 2025: 148).
Im Bereich der Zweiräder sterben mehr Fahrradfahrerinnen und Fahrradfahrer (2024: 57; 2025: 60) und mehr Motorradnutzende (2024: 64; 2025: 71). Die Gesamtzahl aller Verkehrsunfälle mit Elektrokleinstfahrzeugen steigt ebenfalls an.
1. Geschwindigkeit
Im Jahr 2025 bleibt zu schnelles Fahren eine der Hauptursachen für tödliche Verkehrsunfälle, wobei jeder dritte Unfall auf überhöhte oder nicht angepasste Geschwindigkeit zurückzuführen ist. Geschwindigkeit rangiert damit weiterhin auf Platz eins der Ursachen für tödliche Verkehrsunfälle. 2025 sterben auf den Straßen in Baden-Württemberg dadurch 129 Menschen bei 118 Verkehrsunfällen (2024: 117 Getötete bei 112 Verkehrsunfällen).
Die Zahlen verdeutlichen eindrücklich, dass die Wahl der richtigen Geschwindigkeit großes menschliches Leid verhindern kann.
2. Vorfahrt, Vorrang
Vorfahrts- beziehungsweise Vorrangsverletzungen spielen ebenfalls eine bedeutende Rolle bei tödlichen Verkehrsunfällen (53 von 343) und bei Unfällen mit Personenschaden (5.675 von 34.231). Insgesamt starben 55 Menschen in Folge eines solchen Unfalls. Dies zeigt, dass fast jeder sechste tödliche Verkehrsunfall auf eine Vorfahrts- beziehungsweise Vorrangsverletzung zurückzuführen ist.
Eine vorausschauende und rücksichtsvolle Teilnahme am Straßenverkehr ist der Schlüssel, um diese Verkehrsunfälle zu verhindern.
3. Verkehrstüchtigkeit
Im Jahr 2025 sind 2.600 Verkehrsunfälle mit Verletzten auf mangelnde Verkehrstüchtigkeit zurückzuführen. Davon enden 42 Verkehrsunfälle tödlich. Hierbei sterben insgesamt 46 Menschen. Eine fehlende Verkehrstüchtigkeit, wie beispielsweise durch Alkohol-, Drogen- oder Medikamentenkonsum, stellt somit ebenfalls eine der Hauptunfallursachen bei tödlichen Verkehrsunfällen dar und zeigt daher die Wichtigkeit einer uneingeschränkten Fahrtauglichkeit für die Teilnahme am Straßenverkehr.
4. Gurt und Ablenkung
Rund jeder Dritte der gurtpflichtigen Getöteten im Straßenverkehr war nicht oder nicht ordnungsgemäß angeschnallt (42 von 150). Ein richtig angelegter Sicherheitsgurt schützt nachweislich vor tödlichen und schweren Verletzungen.
Die Unfallstatistik zeigt ebenfalls, dass eine Ablenkung durch fahrfremde Tätigkeiten, wie beispielsweise die Nutzung des Mobiltelefons, aber auch Essen, Trinken oder Rauchen, das Unfallrisiko deutlich erhöht. Rund 10 Prozent der tödlichen Verkehrsunfälle werden verursacht, weil die Aufmerksamkeit für den Straßenverkehr nachweislich nicht gegeben ist. Das macht deutlich, wie wichtig es ist, konzentriert zu bleiben.
»Um Baden-Württemberg noch sicherer zu machen, haben wir uns das Ziel der Vision Zero – ein Verkehr ohne Tote und Schwerverletzte – gesetzt. Die Verkehrssicherheit ist ein Anliegen, das uns alle betrifft, denn jeder von uns wird regelmäßig zum Verkehrsteilnehmer. Deshalb liegt mir die Verkehrssicherheit sehr am Herzen. Durch eine detaillierte Analyse der Unfallstatistik und gezielte Maßnahmen durch die Polizei, aber auch mit den beteiligten Partnern an Schulen, in den Kommunen oder in Vereinen wird die Sicherheit des Straßenverkehrs in Baden-Württemberg weiterhin gesteigert. Durch sein individuelles Verhalten kann darüber hinaus auch jede Bewohnerin und jeder Bewohner in Baden-Württemberg dazu beitragen, die Verkehrssicherheit zu erhöhen.«
Innenminister Thomas Strobl