Diebstahlsdelikte

Diebstahlsdelikte sinken im Jahr 2025 um 8,3 Prozent auf 158.189 Fälle. Ohne die pandemiebedingten Verzerrungen in 2020 und 2021 ist dies der zweitniedrigste Wert in den vergangenen zehn Jahren. Im Vergleich zum letztmaligen Höchststand der Dekade, im Jahr 2016, sind dies nahezu 55.000 Diebstahlsstraftaten weniger. Der zuletzt entstandene Schaden sinkt um 10,4 Prozent auf rund 220 Millionen Euro. Mit 38,1 Prozent liegt die Aufklärungsquote auf dem höchsten Wert der letzten zehn Jahre.

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Wohnungseinbruch­diebstahl

Die dunkle Jahreszeit ist Hauptsaison für Einbrecher, denn Dunkelheit verringert das Entdeckungsrisiko. Der Wohnungseinbruchdiebstahl – kurz: WED – beeinträchtigt das Sicherheitsgefühl der Bürgerinnen und Bürger erheblich. Nicht nur der materielle Schaden selbst, sondern vielmehr die langfristigen psychischen Folgen, die durch die Verletzung der Privatsphäre und die Angst vor einem erneuten Einbruch entstehen, setzen den Opfern erheblich zu.

Die Zahl der Wohnungseinbrüche steigt im Jahr 2025 gegenüber dem Vorjahr zwar um 10,6 Prozent auf 5.844 Fälle an. Trotz der Zunahmen seit dem Tief während der Corona-Pandemie liegen die Wohnungseinbrüche in der Langzeitbetrachtung weiterhin auf vergleichsweise niedrigem Niveau und haben sich innerhalb der vergangenen elf Jahre mehr als halbiert. Fast die Hälfte der Wohnungseinbrüche scheitert beim Versuch.

Die Aufklärungsquote liegt mit 17,6 Prozent leicht unter dem Vorjahresniveau.

Die Anzahl der Tatverdächtigen geht um 11,7 Prozent auf 716 zurück. Der Anteil nichtdeutscher Tatverdächtiger liegt bei 61,7 Prozent. Am häufigsten stammen diese aus Rumänien, Georgien, Albanien und Algerien.

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Wohnungseinbruch­diebstahl – Fallzahlen

Wohnungseinbruch­diebstahl – Tatverdächtige

Jahr 2016 2017 2018 2019 2020 2021 2022 2023 2024 2025 Differenz
absolut in %
Tatverdächtige
gesamt
1.258 1.093 935 866 805 551 676 733 811 716 - 95 - 11,7
deutsch 474 453 462 385 421 295 360 301 328 274 - 54 - 16,5
nichtdeutsch 784 640 473 481 384 256 316 432 483 442 - 41 - 8,5

Einbrüche häufen sich in Großstädten, städtischen Gebieten sowie in Regionen entlang von Autobahnen und Bahnlinien.

Mit vielfältigen polizeilichen Maßnahmen, darunter der Einrichtung spezieller Ermittlungseinheiten sowie zielgerichteter Präventionsarbeit, verfolgt die Polizei mit Nachdruck die Senkung der Fallzahlen. Gut gesicherte Türen und Fenster, verlässliche Außenbeleuchtung und eine aufmerksame Nachbarschaft zählen zu den wirksamsten Mitteln, um Kriminelle abzuschrecken.

Die Polizei gibt an Beratungsständen, bei Gesprächen vor Ort, bei der Begehung von Wohngebieten und an den kriminalpolizeilichen Beratungsstellen konkrete Hinweise, wie sich Wohnungen und Häuser besser schützen lassen. Medien und soziale Netzwerke greifen die Aktionen regelmäßig auf und verstärken die zentrale Botschaft: Schutz beginnt im Alltag – und jede und jeder kann dazu beitragen, das eigene Zuhause sicherer zu machen. Einmal im Jahr rückt der bundesweite Tag des Einbruchschutzes das Thema besonders in den Fokus.

Regelmäßige Fahndungsaktionen ergänzen das Maßnahmenpaket.

Interview Thomas Strobl Neu 2
Picture alliance/dpa: Lichtgut, Leif Piechowski

»Mit unseren großangelegten, länderübergreifenden Fahndungs- und Kontrollaktionen senden wir eine glasklare Botschaft: Wohnungseinbruchdiebstahl lohnt nicht. Durch akribische Ermittlungsarbeit, einen hohen Fahndungs- und Kontrolldruck und gemeinsamen länderübergreifenden Aktionen machen wir Einbrechern in Baden-Württemberg das Leben schwer. Gerade den Wohnungseinbruch bekämpfen wir seit einem Jahrzehnt ganz entschieden, denn er kann Menschen nachhaltig traumatisieren und in ihrem Sicherheitsgefühl beeinträchtigen. Mit der länderübergreifenden Zusammenarbeit gehen wir seit Jahren erfolgreich gegen diese kriminellen Banden vor. Daneben nutzen wir aber auch jede Gelegenheit, um über die Gefahren von Wohnungseinbrüchen zu informieren und zu sensibilisieren, wie man sich schützen kann. Hier lassen wir nicht nach und sorgen weiterhin mit Nachdruck dafür, unser Land ein weiteres Stück sicherer zu machen.«

Innenminister Thomas Strobl

Ergänzende Informationen

Unter www.k-einbruch.de sowie unter praevention.polizei-bw.de finden Sie mit dem Stichwort „Sicherungstechnik“ ergänzende Hinweise zum Einbruchschutz und zur Sicherungstechnik.

Schwerpunktfahndungs- und Kontrollaktion zur Bekämpfung der Wohnungseinbruch­kriminalität

Mit Beginn der dunklen Jahreszeit intensiviert die Polizei die Fahndungs- und Kontrollmaßnahmen. Vom 22. Oktober bis 4. November 2025 finden gemeinsame Schwerpunktkontrollen zur Bekämpfung der Wohnungseinbruchkriminalität in Baden-Württemberg, Bayern, Hessen, Rheinland-Pfalz und Sachsen statt.

An dem Schwerpunkteinsatz beteiligen sich in Baden-Württemberg alle regionalen Polizeipräsidien, das Polizeipräsidium Einsatz, die Bundespolizei, der Zoll, die französische Gendarmerie sowie das Technische Hilfswerk. Insgesamt überprüfen hierbei 1.242 Kräfte 5.738 Personen, 3.513 Fahrzeuge, 3.443 Dokumente und 30 Örtlichkeiten (unter anderem Pfandleihhäuser und Hotels). Dabei werden 533 Straftaten und Ordnungswidrigkeiten aufgedeckt, 13 Personen vorläufig festgenommen und elf Haftbefehle vollstreckt.

Laden-, Taschen- und Trickdiebstahl

Nach einem Rückgang im Jahr 2024 sinken die Fallzahlen von Ladendiebstahl und Taschendiebstahl auch im Jahr 2025, während sich die Anzahl der Trickdiebstahlsdelikte auf konstant niedrigem Niveau bewegt. Die Polizei registriert einen Rückgang von 8,4 Prozent bei Ladendiebstahlsdelikten und 22 Prozent bei Taschendiebstählen. Ursache hierfür könnten verstärkte Überwachungsmaßnahmen sowie ein erhöhter Einsatz von Sicherheitspersonal sein. Darauf deutet auch die hohe Aufklärungsquote von über 90 Prozent bei Ladendiebstählen hin.

Hauptsächlich sind Lebensmittelgeschäfte, Drogeriemärkte, Selbstbedienungsläden und Einkaufszentren das Ziel von Ladendieben. Die meisten Tatverdächtigen sind Erwachsene. Rund 57 Prozent sind nichtdeutsche Staatsangehörige. Die Zahl der tatverdächtigen Asylbewerberinnen, Asylbewerber und Geflüchteten bei Ladendiebstählen geht um knapp ein Fünftel auf 4.414 Tatverdächtige zurück. Ihr Anteil an den gesamten Tatverdächtigen bei Ladendiebstählen liegt bei 14,8 Prozent.

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Laden-, Taschen- und Trickdiebstahl – Fallzahlen

Jahr 2016 2017 2018 2019 2020 2021 2022 2023 2024 2025 Differenz
absolut in %
Straftaten gesamt 53.618 47.461 43.787 40.449 35.331 28.621 43.207 54.560 51.117 46.103 - 5.014 - 9,8
Ladendiebstahl 42.008 38.368 36.070 33.998 30.396 24.866 37.833 47.052 43.910 40.212 - 3.698 - 8,4
Taschendiebstahl 9.861 7.774 6.379 5.339 4.036 2.890 4.563 6.405 6.202 4.837 - 1.365 - 22,0
Trickdiebstahl 1.749 1.319 1.338 1.112 899 865 811 1.103 1.005 1.054 49 4,9

Laden-, Taschen- und Trickdiebstahlt – Tatverdächtige

Jahr 2016 2017 2018 2019 2020 2021 2022 2023 2024 2025 Differenz
absolut in %
Tatverdächtige
gesamt –
Ladendiebstahl
31.863 29.415 28.246 26.213 23.112 19.520 28.976 35.604 32.445 29.734 - 2.711 - 8,4
deutsch 15.117 15.040 14.624 14.250 12.551 10.783 14.517 16.379 14.218 12.905 - 1.313 - 9,2
nichtdeutsch 16.746 14.375 13.622 11.963 10.561 8.737 14.459 19.225 18.227 16.829 - 1.398 - 7,7
Tatverdächtige
gesamt –
Taschendiebstahl
744 508 377 317 271 252 302 484 502 415 - 87
- 17,3
deutsch 127 103 111 90 71 48 55 65 79 63 - 16 - 20,3
nichtdeutsch 617 405 266 227 200 204 247 419 423 352 - 71 - 16,8
Tatverdächtige
gesamt –
Trickdiebstahl
211 168 171 171 144 131 124 184 189 173 - 16 - 8,5
deutsch 42 40 48 37 43 23 29 33 33 36 3 9,1
nichtdeutsch 169 128 123 134 101 108 95 151 156 137 - 19 - 12,2