Allgemeine Kriminalitätslage

Rückgang bei der Allgemeinkriminalität

Baden-Württemberg verzeichnet im Jahr 2025 insgesamt 551.295 Straftaten – ein deutlicher Rückgang von 6,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Bei der Allgemeinkriminalität – der Gesamtstraftaten ohne ausländerrechtliche Verstöße – umfasst die Statistik 522.175 Fälle. Dies entspricht einem Rückgang von 5,7 Prozent beziehungsweise über 30.000 Straftaten. Lässt man die durch die Coronapandemie geprägten und nicht vergleichbaren Jahre 2020 und 2021 außer Betracht, ist das der niedrigste Wert der vergangenen zehn Jahre.

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Die Kriminalitätsbelastung für die Wohnbevölkerung weist bei der Allgemeinkriminalität eine Häufigkeitszahl von 4.643 Straftaten je 100.000 Einwohnerinnen und Einwohner auf. Dies entspricht im Vergleich zum Vorjahr einem Rückgang von 4,9 Prozent.

Lässt man die beiden Pandemie-Jahre außen vor, ist dies zugleich die niedrigste Kriminalitätsbelastung in den vergangenen zehn Jahren für die baden-württembergische Wohnbevölkerung. Mit einer Aufklärungsquote von 60,5 Prozent wird im Jahr 2025 ein Großteil der Allgemeinkriminalität aufgeklärt. Damit übertrifft die Polizei Baden-Württemberg zum siebten Mal in der letzten Dekade die sehr gute 60-Prozent-Marke im Bereich der Allgemeinkriminalität. Entgegen der Entwicklung bei den Inlandsstraftaten steigen die Auslandsstraftaten um 5,6 Prozent auf 97.364 registrierte Straftaten an.

In nahezu allen Deliktsbereichen gehen die Fallzahlen zurück. Beispielsweise sinken Diebstahlsdelikte um 8,3 Prozent und 14.403 Fälle. Auch Betrugsstraftaten gehen um 9,4 Prozent und 7.886 Fälle zurück. Allerdings ist hierbei zu beachten, dass die Betrugsdelikte im Bereich der Auslandsstraftaten um 12,5 Prozent und 9.099 Fälle steigen. Köperverletzungsdelikte nehmen um drei Prozent und 1.983 Fälle ab, Raubdelikte verzeichnen ein Minus von 12,6 Prozent und 474 Fälle und Fälle der Gewaltkriminalität im öffentlichen Raum sinken um 6,2 Prozent und 635 Fälle ebenso wie die hierunter subsumierten Messerangriffe im öffentlichen Raum mit einem Rückgang um elf Prozent und 147 Fälle.

Ein besonders signifikanter Rückgang zeigt sich bei der Rauschgiftkriminalität, die um 28,8 Prozent auf 16.001 Fälle sinkt – maßgeblich bedingt durch die Teillegalisierung von Cannabis ab April 2024. Straftaten gegen das Aufenthaltsrecht nehmen um 13,7 Prozent auf 29.120 Fälle ab, verharren jedoch auf hohem Niveau. Dies spiegelt die anhaltenden Migrationsbewegungen wider.

Nur in einzelnen Deliktsfeldern ist eine gegenläufige Entwicklung festzustellen: Exemplarisch steigen der Partnerschaftsgewalt zuzuordnende Straftaten um 2,1 Prozent und 365 Fälle an, Brandstiftungen verzeichnen ein Plus von 9,6 Prozent und 171 Fälle, Vergewaltigungen nehmen um 6,3 Prozent und 77 Fälle zu und Fälle von Nachstellung beziehungsweise Stalking steigen um 2,7 Prozent und 50 Fälle an. Bei Mord verbleiben die Fallzahlen in etwa auf dem Vorjahresniveau.

Kriminalitätsbelastung – regionale Verteilung

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Baden-Württemberg
bis 4.000
bis 5.000
bis 7.000
bis 10.000

* Häufigkeitszahl der im Land beziehungsweise jeweiligen Stadt- oder Landkreis bekannt gewordenen Gesamtstraftaten ohne ausländerrechtliche Verstöße, errechnet auf 100.000 Einwohnerinnen und Einwohner. Sie drückt die durch Kriminalität verursachte Gefährdung aus. Datengrundlage der Wohnbevölkerung ist seit diesem Berichtsjahr der Zensus 2022.

Kriminalitätslage – Fallzahlen

Kriminalitätslage – Aufklärungsquote

* Dezimalzahlen sind auf die erste Nachkommastelle gerundet.

Straftaten gesamt – deliktische Verteilung

Tatverdächtige

Die Gesamtzahl der Tatverdächtigen geht deutlich um sechs Prozent auf 240.478 Tatverdächtige zurück. Bei Straftaten der Allgemeinkriminalität sinkt die Zahl der Tatverdächtigen um 4,8 Prozent auf 219.823 Tatverdächtige. Damit setzt sich der rückläufige Trend des Vorjahres fort.
Die Zahl der nichtdeutschen Tatverdächtigen nimmt um 7,8 Prozent ab, ohne ausländerrechtliche Verstöße reduziert sie sich um 5,5 Prozent. Die Gruppe der tatverdächtigen Asylbewerberinnen und Asylbewerber sowie Geflüchteten verzeichnet ein deutliches Minus von 16,8 Prozent beziehungsweise 16,5 Prozent ohne ausländerrechtliche Verstöße.

Die Mehrheit der Tatverdächtigen ist erwachsen, der Anteil beträgt 80 Prozent. Kinder und Jugendliche machen rund 13 Prozent der Tatverdächtigen aus, bei den Heranwachsenden sind es etwa sieben Prozent. In allen Altersgruppen zeigen sich deutliche Rückgänge. Die Zahl der tatverdächtigen Kinder sinkt um 7,6 Prozent, bei nichtdeutschen Kindern sogar um 11,7 Prozent. Ohne ausländerspezifische Delikte liegt der Rückgang tatverdächtiger Kinder bei 5,3 Prozent und wird maßgeblich durch den Rückgang der Tatverdächtigen bei Ladendiebstählen um 22,5 Prozent beeinflusst.

Auch bei den Jugendlichen nimmt die Zahl der Tatverdächtigen ab. Sie sinkt um 16,4 Prozent, insbesondere infolge von Rückgängen bei Diebstahlsdelikten und Körperverletzungen. Bei Heranwachsenden geht die Zahl der Tatverdächtigen um 12,3 Prozent zurück, maßgeblich beeinflusst durch den markanten Rückgang der Tatverdächtigen im Bereich der Rauschgiftkriminalität, die um 41 Prozent zurückgehen. Eine ähnliche Entwicklung zeigt sich bei den Erwachsenen. Ihre Zahl geht um vier Prozent zurück, bei der Rauschgiftkriminalität sogar um 27,9 Prozent.
Ohne ausländerrechtliche Verstöße besitzen 43,1 Prozent der Tatverdächtigen keine deutsche Staatsangehörigkeit – dieser Anteil entspricht dem Vorjahresniveau. Unter den nichtdeutschen Tatverdächtigen dominieren türkische, rumänische, ukrainische, syrische und italienische Staatsangehörige. 9,1 Prozent der Tatverdächtigen sind Asylbewerberinnen, Asylbewerber oder Geflüchtete.
Drei von vier Tatverdächtigen sind männlich. Rund jeder Zehnte stand während der Tat unter Alkoholeinfluss. Bei Jugendlichen steigt die Anzahl um sechs Prozent, bleibt aber auf vergleichsweise niedrigem Niveau.

Tatverdächtigen­echtzählung

Begeht eine tatverdächtige Person in einem Berichtsjahr mehrere Delikte mit unterschiedlichen Straftatenschlüsseln, wird sie den jeweiligen Deliktgruppen einzeln zugeordnet, in den übergeordneten Straftatengruppen beziehungsweise der Gesamtzahl der Straftaten hingegen nur einmal ausgewiesen. Eine bloße Addierung der Anzahl der Tatverdächtigen ist daher nicht zulässig. In Baden-Württemberg wird die Echtzählung von Tatverdächtigen seit dem Jahr 1984 praktiziert. Dies ermöglicht eine verzerrungsfreie Übersicht über die tatsächliche Tatverdächtigenstruktur, über welche die Polizei einen Überblick haben möchte. Seit dem Jahr 2009 kann diese Zählweise auch auf Bundesebene durchgeführt werden – Tatverdächtige, die in einem Berichtsjahr in mehreren Ländern im Bundesgebiet straffällig geworden sind, werden nur einmal gezählt.

Straftaten gesamt – Tatverdächtige

Straftaten Allgemeinkriminalität – nichtdeutsche Tatverdächtige nach Staatsangehörigkeiten

Jahr 2016 2017 2018 2019 2020 2021 2022 2023 2024 2025 Differenz
absolut in %
türkisch 11.896 11.470 10.995 10.447 10.423 9.278 9.473 10.235 10.567 10.459 - 108 - 1,0
rumänisch 8.201 8.072 8.078 8.302 8.222 8.156 9.186 10.170 10.537 10.078 - 459 - 4,4
ukrainisch 447 465 582 607 595 607 3.037 6.483 6.981 7.194 + 213 + 3,1
syrisch 4.619 4.774 4.832 4.760 4.584 4.579 5.331 6.605 7.499 6.986 - 513 - 6,8
italienisch 6.645 6.463 6.288 6.172 5.905 5.336 5.405 5.297 5.156 5.067 - 89 - 1,7
polnisch 3.522 3.322 3.373 3.450 3.359 3.125 3.444 3.864 3.609 3.484 - 125 - 3,5
afghanisch 2.189 2.369 2.461 2.333 2.282 2.084 3.038 5.407 3.867 3.381 - 486 - 12,6
kosovarisch 3.081 2.618 2.420 2.321 2.293 2.195 2.461 2.778 3.089 3.021 - 68 - 2,2
bulgarisch 2.076 1.988 2.175 2.361 2.426 2.297 2.688 2.911 3.107 2.964 - 143 - 4,6
kroatisch 2.215 2.438 2.596 2.668 2.730 2.630 2.858 2.733 2.670 2.422 - 248 - 9,3

Opfer

Die Gesamtzahl der Opfer entspricht mit 133.783 Opfern in etwa dem Aufkommen des Vorjahres und liegt damit weiterhin auf hohem Niveau.
Mit Blick auf die Altersgruppen zeigt sich bei den Opferzahlen eine heterogene Entwicklung: Während die Zahl der Opfer bei den Jugendlichen um 4,9 Prozent und bei den Heranwachsenden um 3,8 Prozent zurückgeht, ist bei den Erwachsenen ab 60 Jahren ein Plus von 3,4 Prozent festzustellen. Der größte Anteil der Opfer entfällt mit sieben von zehn Opfern auf die Altersgruppe der 21- bis 59-Jährigen. 58,2 Prozent der Opfer sind männlich. Insgesamt besitzen 68,7 Prozent die deutsche Staatsangehörigkeit. Unter den nichtdeutschen Opfern sind zuvorderst Personen mit türkischer, syrischer, ukrainischer und rumänischer Staatsangehörigkeit betroffen.
Der überwiegende Teil der Opfer – 71,5 Prozent – wird nicht oder lediglich leicht verletzt, 143 Personen (0,1 Prozent) werden tödlich verletzt. 25,7 Prozent werden Opfer von Delikten, die nicht für eine Opferverletzungserfassung zugelassen sind, wie Bedrohung oder Beleidigung auf sexueller Grundlage. In 45,4 Prozent der Fälle besteht zwischen Opfer und tatverdächtiger Person eine Vorbeziehung. Dabei handelt es sich vor allem um eheliche und sonstige partnerschaftliche Bindungen, familiäre Beziehungen sowie Kontakte aus dem Freundes- und Bekanntenkreis.

Straftaten gesamt – Opfer

Opferdelikte

Bei strafbaren Handlungen, die sich primär gegen das Leben, die körperliche Unversehrtheit, die persönliche Freiheit oder die sexuelle Selbstbestimmung richten, erfasst die Polizei verschiedene Merkmale der jeweiligen Opfer anonymisiert in der Polizeilichen Kriminalstatistik. Hierzu gehören zum Beispiel das Alter, das Geschlecht, die Staatsangehörigkeit und die Opfer-Tatverdächtigen-Beziehung. In der Polizeilichen Kriminalstatistik wird eine Person jedes Mal als Opfer gezählt, wenn sie erneut Opfer geworden ist. Die Opferzahlen unterliegen somit keiner Echtzählung. Im Gegensatz zu Tatverdächtigen wird bei Opfern mit einer anderen Zielrichtung die Häufigkeit des Opferwerdens gezählt.

Erweiterung der Opferdelikte

Seit dem Jahr 2024 sind die Delikte Beleidigung auf sexueller Grundlage, Verleumdung auf sexueller Grundlage, Üble Nachrede auf sexueller Grundlage sowie die Verletzung des höchstpersönlichen Lebensbereiches und von Persönlichkeitsrechten durch Bildaufnahmen kriminalstatistisch als Opferdelikte ausgewiesen und daher für eine Opfererfassung zugelassen. Zu diesen vier Opferdelikten werden im Jahr 2024 erstmals insgesamt 5.813 Opfer und im Jahr 2025 insgesamt 6.396 Opfer registriert. Diese Erfassungsmodalität ist bei der Entwicklung der Gesamtopferzahlen in der Mehrjahresbetrachtung zu berücksichtigen.
Da bei diesen und wenigen anderen exakt definierten Opferdelikten wie Bedrohung und Stalking eine physische Verletzung nicht möglich ist, erfolgt ab diesem Berichtsjahr zu diesen Opfern keine Erfassung des Verletzungsgrades. Somit weist die Polizeiliche Kriminalstatistik neben nicht verletzt, leicht, schwer und tödlich verletzt auch unbekannt und keine Erfassung aus.

Opferschutz

Die Polizei Baden-Württemberg setzt alles daran, Opfer von Straftaten bestmöglich zu unterstützen und jede Form einer erneuten Belastung zu vermeiden. Alle dreizehn regionalen Polizeipräsidien verfügen über spezifisch fortgebildete Polizeikräfte, die den polizeilichen Opferschutz umsetzen und koordinieren.
Betroffene von Straftaten erhalten bereits beim ersten Kontakt mit der Polizei die wichtigsten Informationen zu ihren Rechten und Ansprüchen. Seit Dezember 2025 wird hierfür eine kompakte Klappkarte verwendet, die die wesentlichen Opferrechte bündelt. Über einen dort abgebildeten QR-Code sind sowohl die Opferschutzbroschüre als auch das bundesweite Merkblatt für Opfer einer Straftat (in verschiedenen Sprachen) für ausführliche Opferinformationen digital abrufbar. Bei Bedarf können die Opferschutzbroschüre beziehungsweise das Merkblatt für Opfer einer Straftat weiterhin ausgehändigt werden.