Einsatz

Neben der Bewältigung zahlreicher alltäglicher Einsatzlagen ist die Polizei Baden-Württemberg das gesamte Jahr über bei Demonstrationen und Sportveranstaltungen im Einsatz, um die öffentliche Sicherheit und Ordnung sowie den Schutz der Versammlungsfreiheit sicherzustellen.

Darüber hinaus stellt die baden-württembergische Polizei ihre hohe Einsatz- und Leistungsfähigkeit auch über Landesgrenzen hinaus unter Beweis, beispielsweise anlässlich der 61. Münchner Sicherheitskonferenz vom 16. bis 18. Februar 2025, dem Einsatzgeschehen zum Tag der Arbeit am 30. April und 1. Mai 2025 in Berlin, den Feierlichkeiten zum Tag der Deutschen Einheit vom 2. bis 4. Oktober 2025 in Saarbrücken sowie der Gründungsveranstaltung der Jugendorganisation der AfD in Hessen vom 28. bis 30. November 2025. Hierbei unterstützt die Polizei Baden-Württemberg die anderen Länder mit mehreren hundert Beamtinnen und Beamten sowie mit modernen technischen Einsatzmitteln.

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Versammlungsgeschehen und Herausforderungen in Baden-Württemberg

Neben zahlreichen, auch größeren Versammlungslagen, beteiligen sich anlässlich des Tags der Arbeit landesweit ca. 18.700 Personen an 48 Versammlungen.
Die Versammlungen mit den meisten Teilnehmenden finden in Stuttgart, Reutlingen, Ulm, Tübingen, Freiburg und Mannheim statt. Die regionalen Polizeipräsidien setzen insgesamt 1.112 Einsatzkräfte ein, darunter 492 Kräfte des Polizeipräsidiums Einsatz.

Darüber hinaus finden seit dem terroristischen Angriff der Hamas auf den Staat Israel am 7. Oktober 2023 auch im Jahr 2025 wiederholt themenbezogene Demonstrationen statt. An 2.200 Versammlungen beteiligen sich landesweit etwa 172.550 Personen. Die Versammlungen verlaufen weitestgehend friedlich und störungsfrei. Zum Schutz der Versammlungsfreiheit sowie zur Gewährleistung der Sicherheit im öffentlichen Raum setzt die Polizei Baden-Württemberg hierbei bislang insgesamt rund 23.800 Polizistinnen und Polizisten ein (Stand: 31. Dezember 2025).

Drohnenkompetenz- und -abwehrzentrum Baden-Württemberg

Die Sichtungen potenziell sicherheitsgefährdender Drohnen haben in der Bundesrepublik Deutschland deutlich zugenommen. Angesichts der rasanten technischen Weiterentwicklung investieren wir regelmäßig, um die Fähigkeiten der Polizei Baden-Württemberg in den Bereichen Polizeidrohnen sowie Drohnendetektion und -abwehr auszubauen. Das bei der Polizeihubschrauberstaffel des Polizeipräsidiums Einsatz angegliederte Trainings- und Kompetenzzentrum Drohnen – kurz: TK Drohnen – wird im Zuge der Erweiterung der Aufgaben am 26. November 2025 mit dem neuen Namen „Drohnenkompetenz- und -abwehrzentrum Baden-Württemberg“ – kurz: D-KAZ BW – versehen. Das D-KAZ BW bündelt Forschung, Kompetenz und Sachkunde im Bereich der Detektion und Abwehr von Drohnen und soll in Kooperation mit Partnern aus der Wissenschaft und Wirtschaft eine auf die Bedürfnisse der Polizei abgestimmte Polizeieinsatzdrohne entwickeln.

Fußball

In der Saison 2024/2025 sind insgesamt 368 Spiele in den ersten fünf Fußball-Ligen in Baden-Württemberg polizeilich gemeldet. Um die Sicherheit der ca. 3,5 Mio. Zuschauerinnen und Zuschauer bei diesen Spielen zu gewährleisten, setzt die Polizei 25.532 Einsatzkräfte ein.
Die eingesetzten Kräfte leisten hierbei 173.871 Einsatzstunden. Bei 269 Spielen kommt es zu keinen besonderen Vorkommnissen. Insgesamt verzeichnet die Polizei 474 Straftaten und 132 verletzte Personen.

Im Vergleich zur vergangenen Saison 2023/2024 können folgende Aussagen getroffen werden:

  • Rückgang der angezeigten Straftaten um 33,2 Prozent
  • Rückgang der verletzten Personen um 9,0 Prozent
  • Reduzierung der eingesetzten Kräfte um 8,7 Prozent
  • Reduzierung der Einsatzstunden um 7,6 Prozent
  • Abnehmendes Störerpotenzial um 10,4 Prozent

Ligabetrieb ohne Sonderspiele - Rahmendaten

Saison 15/16 16/17 17/18 18/19 19/20* 20/21* 21/22* 22/23 23/24 24/25

Meldepflichtige
Spiele (BW)
364 317 317 334 268 352 354 351 372 368
Geleistete
Einsatzstunden
161.015 183.900 154.597 148.706 108.437 6.494 95.669 164.392 188.072 173.871
Einsatzstärke
Polizei
26.343 29.126 25.288 23.318 16.595 1.347 15.362 24.210 27.959 25.532
Zuschauerzahl 2.817.735 2.643.969 2.733.052 2.770.064 2.034.256 75.802 1.676.572 2.802.624 3.294.465 3.528.114
Störerpotenzial 1.915 1.950 1.826 1.917 1.852 823 1.870 1.805 2.043 1.831

Verletzte 89 145 104 127 72 1 71 132 145 132
Polizeibeamtinnen
und Polizeibeamte
10 34 21 19 12 0 5 22 17 12
Störerinnen
und Störer
19 31 29 39 20 0 25 16 33 34
Unbeteiligte 47 48 46 62 30 1 36 87 79 67
Ordnerinnen
und Ordner
13 32 8 7 10 0 5 7 16 19

Strafanzeigen
gesamt
583 679 602 554 366 10 311 648 709 474
Körperverletzungen 98 121 147 108 55 1 87 155 206 143
Widerstand /
tätlicher Angriff
7 24 17 20 4 0 12 31 25 7
Verstoß SprengG 72 109 105 64 65 0 45 98 82 21
Sachbeschädigung 36 43 35 44 36 0 29 66 41 51
Landfriedensbruch 15 70 37 7 3 0 4 13 7 4
Sonstige Delikte 355 312 261 311 203 9 134 285 348 248

* Spielzeiten in der Corona-Pandemie mit Zuschauer-Ganz- und Teilausschlüssen.

Internationale Spiele – Champions League, Europa League und Conference League

Die polizeiliche Bilanz der internationalen Spiele der beteiligten Mannschaften VfB Stuttgart, TSG Hoffenheim und 1. FC Heidenheim ist durchaus positiv zu bewerten. Bei insgesamt 13 Spielen, die 388.025 Zuschauer besuchen, registriert die Polizei 65 Straftaten und fünf verletzte Personen, hierunter ein Polizeibeamter. Die Begegnungen begleitet die Polizei mit 2.992 Einsatzkräften, die 22.752 Einsatzstunden leisten.

Herausragend hierbei ist die Spielbegegnung VfB Stuttgart gegen Maccabi Tel Aviv am 11. Dezember 2025 in der MHP Arena in Stuttgart. Die Polizei setzt an drei Tagen insgesamt 4.233 Einsatzkräfte ein, diese leisten hierbei 33.486 Einsatzstunden. Das Polizeipräsidium Stuttgart wird von elf regionalen Polizeipräsidien, dem Polizeipräsidium Einsatz, des Präsidiums Technik, Logistik, Service der Polizei Baden-Württemberg, des Landeskriminalamtes Baden-Württemberg, der Bayerischen Polizei, des Hessischen Polizeipräsidiums Einsatz und der Bundespolizei unterstützt. Bei der Spielbegegnung verzeichnet die Polizei 15 Straftaten und keine verletzten Personen.

Stadionallianz-Offensive

Unmittelbar nach Beendigung der behördlichen Maßnahmen anlässlich der Corona-Pandemie ist bei Fußballspielen in Baden-Württemberg eine Erhöhung von Straftaten und verletzten Personen festzustellen. Da es den handelnden Sicherheitsakteuren - dazu zählen die Einsatzleitung der Polizei, die Sicherheits- und Fanbeauftragten der Vereine, die Vertreter von Kommunen und Fanprojekten - bereits vor Ausbruch der Corona-Pandemie gelingt, die Sicherheitsparameter (Straftaten und Verletzte) im gemeinsamen Zusammenwirken deutlich zu verbessern und zugleich die Personalressourcen zu schonen, wird seitens des Innenministeriums Baden-Württemberg die Entscheidung getroffen, diese bereits erfolgreiche Zusammenarbeit erneut zu intensivieren. Ein klares Bekenntnis zum „Baden-Württembergischen Weg“ der Stadionallianzen.

Die Umsetzung dieser „Stadionallianz-Offensive“ erfolgt im Wesentlichen durch die zusätzliche Initiierung folgender Veranstaltungen und Maßnahmen der Sicherheitsakteure in Baden-Württemberg:

  • Informationsveranstaltung der FH Potsdam für Polizeiführer Fußball
  • Einführungsfortbildung Fußballeinsätze für Polizeiführer Fußball
  • Abfrage und Dokumentation der jeweiligen Einzelmaßnahmen der lokalen Stadionallianzen
  • Einführung eines Kräftemonitorings der Polizei im Zusammenhang mit den Fußballeinsätzen
  • Jahresveranstaltung der Stadionallianzen Baden-Württemberg im Karlsruher BBBWildpark (Stadion)
  • Begleitende Pressearbeit durch die Deutsche Fußball Liga