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Vorwort des Innenministers
Sehr geehrte Bürgerinnen und Bürger,
Sicherheit braucht Fakten. Deshalb haben wir mit Sicher-BW für Sie eine evidenzbasierte Anlaufstelle rund um die aktuelle Sicherheitslage im Land geschaffen. Hier können Sie sehen, wie sich Kriminalität entwickelt, wo wir gut dastehen – und wo wir genau hinsehen müssen. Wir machen Entwicklungen sichtbar, ordnen Zahlen ein und schaffen Transparenz: offen, nachvollziehbar und faktenorientiert. Das haben wir mit dem Sicherheitsbericht bereits in den letzten Jahren begonnen. Und das führen wir nun digital und interaktiv fort.
Wir nutzen neue Möglichkeiten, um Informationen noch besser und noch verständlicher aufzubereiten. Damit sollen Sie einen noch schnelleren und unkomplizierteren Zugang zur Sicherheitslage in unserem Land bekommen. Und ganz besonders freue ich mich, dass Sie dabei ein virtueller Kollege der Polizei unterstützt. Der Chatbot Poli hilft, offene Fragen zu beantworten, Themen zu finden, Inhalte einzuordnen und navigiert Sie durch die Sicherheitslandschaft und den Zahlendschungel. Verlässliche Informationen sind in diesen Zeiten wichtiger denn je, denn Desinformationen und Fake-News sind längst Realität geworden.
Baden-Württemberg ist und bleibt eines der sichersten Länder. Die Anzahl der Gesamtstraftaten ohne ausländerrechtliche Verstöße sinkt im Jahr 2025 um 5,7 Prozent auf rund 522.000 Fälle. Das sind rund 30.000 Straftaten weniger als im Vorjahr. Mit Ausnahme der durch die Corona-Pandemie geprägten Jahre 2020 und 2021 ist das der beste Wert in den vergangenen zehn Jahren. Dies zeigt: Baden-Württemberg ist sicher und wir haben in den letzten Jahren alles dafür getan, dass das auch so bleibt. Die Kriminalitätsbelastung liegt bei 4.643 Straftaten je 100.000 Einwohnerinnen und Einwohner. Lässt man die beiden Pandemie-Jahre außen vor, ist das die niedrigste Kriminalitätsbelastung in den vergangenen zehn Jahren. Mit 60,5 Prozent übertrifft auch die Aufklärungsquote der Polizei Baden-Württemberg im Bereich der Allgemeinkriminalität zum siebten Mal in der letzten Dekade die sehr gute 60-Prozent-Marke. Eine hohe Aufklärungsquote von Straftaten wirkt sich unmittelbar auf das Sicherheitsgefühl der Menschen aus. Und das ist wichtig, denn die Menschen in Baden-Württemberg sollen nicht nur sicher sein, sie sollen sich auch sicher fühlen. Das nehmen wir sehr ernst. Durch die größte Einstellungsoffensive in der Geschichte der Polizei Baden-Württembergs haben wir seit dem Jahr 2016 mehr als 14.000 junge Menschen für die Polizei gewonnen. Trotz der noch anhaltenden Pensionierungswelle haben wir bereits heute über 800 Polizistinnen und Polizisten mehr als im Jahr 2016. In diesem Jahr wird sich dieser personelle Zuwachs auf über 1.000 zusätzliche, fertig ausgebildete Polizistinnen und Polizisten belaufen.
Von Anfang an haben wir darauf gesetzt, die Sicherheit und das Sicherheitsgefühl der Menschen im öffentlichen Raum zu stärken. Das machen wir sehr erfolgreich im Schulterschluss mit den Kommunen und mit maßgeschneiderten Sicherheitskonzepten. Ob bei Sicherheitspartnerschaften, unseren Stadionallianzen im Fußball oder mit den Waffen- und Messerverbotszonen: Wir entwickeln für die Kommunen Sicherheit nach Maß und geben ihnen Instrumente, um ein größtmögliches Maß an Sicherheit für die Menschen zu gewährleisten. Gerade bei den Waffen- und Messerverbotszonen haben wir hier den Werkzeugkoffer zuletzt noch einmal weiter bestückt – und Waffen und Messer auch aus dem öffentlichen Personennahverkehr verbannt. Mit gezielten Kontrollen haben wir nicht nur Waffen und Messer sichergestellt, sondern zudem die Sicherheit erhöht und das Sicherheitsgefühl der Menschen gestärkt.
Das Sicherheitsgefühl der Menschen wird auch durch Einbrüche in die eigenen vier Wände ganz empfindlich gestört. Deshalb haben wir in den letzten zehn Jahren alles daran gesetzt, Einbrechern in Baden-Württemberg das Leben schwer zu machen: mit akribischer Ermittlungsarbeit, einem hohen Fahndungs- und Kontrolldruck und gemeinsamen länderübergreifenden Aktionen. Unsere Hartnäckigkeit im Kampf gegen Wohnungseinbrüche zahlt sich aus. Die Zahl der Wohnungseinbrüche ist seit dem Jahr 2015 um über 50 Prozent zurückgegangen. Lagen wir 2015 noch bei über 12.200 Wohnungseinbrüchen, waren es im Jahr 2025 nur noch rund 5.800 Wohnungseinbrüche. Sie sehen: Wir schauen genau hin und tun also alles, damit die Menschen im Land sicher sind und sich auch sicher fühlen können!
Wie sicher sich die Menschen im Land fühlen, darum ging es auch in unserer ersten landesweit durchgeführten Sicherheitsbefragung: 2023 haben wir dazu 35.000 Bürgerinnen und Bürger befragt. Die Ergebnisse zeigen: Die Mehrheit der Menschen in Baden-Württemberg fühlt sich insgesamt sicher und bringt der Polizei und der Justiz ein hohes Maß an Vertrauen entgegen. Im Herbst dieses Jahres werden wir die Befragung fortsetzen, um die Entwicklungen auf einer langen Linie im Blick zu behalten.
Derzeit leben wir in sehr angespannten Zeiten: Die sicherheitspolitischen Herausforderungen sind groß. Die Anschlagsgefahr ist so hoch wie seit Langem nicht mehr. Deshalb haben wir unsere Sicherheitsarchitektur mit viel Geld und Personal gestärkt. Mit dem Staatsschutz- und Anti-Terrorismuszentrum Baden-Württemberg – kurz SAT BW – haben wir seit dem 1. Januar 2025 die bundesweit stärkste Struktur geschaffen, um politisch motivierte Kriminalität schlagkräftig zu bekämpfen. SAT BW bündelt Kompetenzen, optimiert Prozesse und beschleunigt Entscheidungen. Mit kurzen Wegen und vertrauten Ansprechpartnern sorgt das SAT BW für eine noch engere Zusammenarbeit von Polizei, Staatsanwaltschaft, Landesamt für Verfassungsschutz und dem Sonderstab Gefährliche Ausländer. SAT BW ist ein echter Game Changer im Kampf gegen Terrorismus und ist in der Form einzigartig in Deutschland. Das konnten wir etwa am 3. März 2025 bei der Todesfahrt in der Mannheimer Fußgängerzone mit zwei getöteten und vierzehn zum Teil schwer verletzten Personen unter Beweis stellen.
Aktuell sehen wir uns einer Welle aus Hass und Hetze, Anfeindungen, Fake News und Desinformationen ausgesetzt. Das ist brandgefährlich – gerade im Zusammenhang mit Wahlen. Denn hier geht es um das Herzstück unserer Gesellschaft: unsere Demokratie. Hass und Hetze haben wir uns als Landesregierung mit aller Entschiedenheit entgegengestellt und im November 2021 den Kabinettsausschuss ‚Entschlossen gegen Hass und Hetze‘ ins Leben gerufen. Gemeinsam haben wir ein ganzes Bündel an Maßnahmen gegen Hass und Hetze umgesetzt – darunter die Bekämpfung gegen Antisemitismus, den Schutz von Amts- und Mandatsträgern, den Kampf gegen Hass und Hetze im Netz, die Sicherheit von LSBTIQ*-Personen, Gewalt an Schulen und den Opferschutz. Wir stehen hier vor einer immensen Daueraufgabe und brauchen einen langen Atem. Deshalb werden wir auch weiterhin eine Kultur des respektvollen Miteinanders fördern, in der Hass und Hetze keinen Platz haben.
Darüber hinaus fordern uns die sogenannten hybriden Bedrohungen: Cybercrime, Cyberspionage und Cybersabotage. Solche Aktivitäten nehmen zu. Auch in Baden-Württemberg richten sich Angriffe gegen kritische Infrastrukturen, Unternehmen, politische Akteure und staatliche Einrichtungen. Um uns dagegen abzuhärten und solche Angriffe wirksam zu bekämpfen, sind unsere Sicherheitsbehörden ganz eng verzahnt. Hier greifen alle Rädchen ineinander – innerhalb des Landes und auch im Verbund mit dem Bund und anderen Partnern. Und wir investieren hierzulande viel, um uns etwa gegen Spionageaktivitäten durch Drohnen aus uns feindlich gesinnten Staaten abzuhärten. Hier haben wir im letzten Jahr nochmal vier Millionen Euro zusätzlich investiert, die dem D-KAZ BW – Drohnenkompetenz- und -abwehrzentrum Baden-Württemberg – zu Gute kommen. Das ist wichtig, um unsere Vorreiterrolle weiter auszubauen.
Gleichzeitig gilt: Eine wehrhafte Demokratie braucht nicht nur leistungsfähige Sicherheitsbehörden, sondern auch eine starke und solidarische Gesellschaft. Es braucht Menschen, die sich nicht gegeneinander aufbringen lassen, die Verantwortung übernehmen und zusammenstehen, wenn versucht wird, unser gesellschaftliches Miteinander zu spalten. Sicherheit bekommt man nicht zum Nulltarif. Sie erfordert eine gesamtgesellschaftliche Kraftanstrengung und einen leistungsstarken Staat. Dazu müssen wir unsere Polizei personell gut ausstatten. Und wir müssen ihr die modernste Technik und Technologie geben. Und das haben wir getan. Wir haben die größte Einstellungsoffensive bei der Polizei auch 2025 fortgeführt und eine Verfahrensübergreifende Recherche- und Analyseplattform (VeRA) auf den Weg gebracht, um riesige Datenberge bei der Polizei auf Knopfdruck auszuwerten. In ernsten Gefahrenlagen kann die Polizei mit einer VeRA in Sekundenschnelle Daten zusammenführen. Darüber hinaus haben wir mit einem Digitalisierungsturbo dafür gesorgt, dass die Polizei technisch bei der Verbrechensbekämpfung auf Augenhöhe bleibt.
Sie sehen – wir setzen alles daran, dass Baden-Württemberg noch sicherer wird. Und das schlägt sich auch in der Statistik nieder. Nirgendwo lebt es sich so sicher wie im Süden der Republik. Trotz der weltweit angespannten politischen Lage leistete die Polizei im vergangenen Jahr wieder herausragende Arbeit. Mein Dank gilt den 35.000 Beschäftigten der Polizei. Durch ihren Einsatz und ihre hervorragende Arbeit war und ist unser Land sicher und geschützt. Und mein größter Wunsch ist: Weiterhin in einem sicheren Land leben zu dürfen und, dass unsere Polizistinnen und Polizisten aus ihren Einsätzen gesund und wohlbehalten zurückkehren.
Ihr Thomas Strobl